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Die Sau

Es war im Jahr 1987, zu der Zeit lebte meine Ex-Frau schon mit bei mir, genauer gesagt bei meinen Eltern, sie hatten sich in den Siebzigern ein Haus gebaut. Möglich war dies, weil die Ferkel, welche in ihrem kleinen Nebenerwerbsbetrieb erzeugt wurden, am Markt gerade begehrt waren und zudem in den landwirtschaftlichen Betrieb nichts mehr investiert wurde. Mein Vater entschied sich 1972 dazu, nicht einen neuen Schweinestall zu bauen, nicht mehr in einen Betrieb, der nicht mehr lebensfähig war, zu investieren, sondern eine sozialversicherte Arbeit aufzunehmen. Meine Mutter kümmerte sich um Haus und Hof, mein Vater ging arbeiten und nach seinen Feierabenden kam die zweite Schicht. Felder mussten bestellt, Schweine gefüttert, es musste ausgemistet werden, gearbeitet wurde bis zur Tagesschau. Mein älterer Bruder wohnte mit seiner Familie auch mit auf dem Hof, in seinem und meinem Elternhaus. Als jüngster Sohn war ich als Arbeitskraft noch verfügbar, wohnte auch in dem neuen Haus, zahlte keine Miete oder Nebenkosten, ich „arbeitete“ mehr als den Gegenwert ab. Falls ich mal keine Lust dazu hatte, teilte mir mein Vater mit, dass er darüber nicht erfreut war.

Dienstagabend und Samstagvormittag war ausmisten angesagt. In den Ställen waren lediglich Abläufe für die Gülle, feste Bestandteile wie Stroh oder die Ausscheidungen der Schweine mussten mit der Forke in die Schubkarre geladen und darin dann zum großen Misthaufen gebracht werden. Die Karre musste mit viel Schwung möglichst hoch auf diesen stinkenden Haufen geschoben werden, sonst reichte die Fläche für diesen Mist nicht aus. Ich legte mir als Auffahrhilfe eine lange Bohle schräg an den hohen Misthaufen. Es kam auch schon mal beim Hochschieben vor, dass ich ins Straucheln kam und mit den Händen vorweg auf den Haufen fiel.

Samstags wurden auch hin und wieder die männlichen Ferkel kastriert. Dies wird gemacht, damit das Fleisch genießbar ist, denn Fleisch von Ebern, dass sind die männlichen Schweine, hat einen Beigeschmack. Die Ferkel waren ca. 2 Wochen alt, wurden aus den Abferkelställen herausgenommen und in eine Kiepe getan, um sie dann zum Kastrieren zu verbringen. An einem Samstag half auch meine damals hochschwangere Ex-Frau, im Haus wäre sie zu der Zeit allein gewesen. Für das Kastrieren, welches mein Vater ausführte, nahm ich Ferkel für Ferkel aus der einen Kiepe und legte sie in die Halterung, in der die Ferkel für das Kastrierens auf den Rücken gelegt wurden. Mein Vater schärfte das Skalpell vorher auf einem feinen Stein, das Messer war sehr scharf.

Die Ferkel schrien, nicht weil sie kastriert wurden, sondern aus Angst in dieser Zwangshaltung, jedes schrie um Hilfe. Auch die Sauen, die nur durch eine Tür und ihre Einbuchtung von dem Raum getrennt waren, hörten diese Schreie nach Freiheit. So kam es an diesem Tag dazu, dass eine Sau sich aus ihrer Einbuchtung befreite, dann die Tür zur Schweineküche mit ihrer Schnauze aus den Angeln hebelte, um ihre Ferkel zu verteidigen. In dem Raum waren mein Vater, meine hochschwangere Ex-Frau und ich, ein frisch verheirateter und werdender Vater.

Eine ausgewachsene Sau ist wesentlich größer als ein Wildschwein und mindestens genauso willensstark. Mir blieb also nicht viel Zeit, der Raum wies eine Größe von ca. 4 x 3 Meter auf, die Sau hatte mich im Visier und machte mir mit weit aufgerissener Schnauze, mit den klar für mich erkennbaren Zähnen und Hauern,  klar, dass sie bereit ist um Leben und Tod ihre Nachkommen zu verteidigen, für eine Flucht war es für uns jetzt zu spät. Hätte wir der Sau unseren Rücken zugedreht, wäre das unser Todesurteil gewesen.

Was macht ein Mann in solch einem Moment? Hinter mir stand meine hochschwangere Ehefrau, selbst mit einem Kind in ihrer Körpermitte, welches schon darauf wartete das Licht der Welt zu erblicken. Rechts, mein wie zu einer Salzsäule erstarrter Vater, das kleine scharfe Messer in seiner rechten Hand, die Hoden des eingespannten Ferkels in seiner linken. Zwischen der Sau und mir stand lediglich eine Kiepe aus Drahtgeflecht mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern.

Links von mir lagen auf dem Fresstand der Sauen, der auch in diesem Raum war, Eichenhölzer mit einer Länge von ca. 2 Metern und einem Querschnitt von 80 x 40 mm. Ich verdiente zu der Zeit als Tischlergeselle mein Brot, baute feinste Möbel und Tresenanlagen für Arztpraxen, hatte gelernt, auf den Zehntel-Millimeter zu achten. Hatte auch gelernt, dass besonders Zahnärzte es gut verstanden, wie man mit einem gesunden Lächeln Geld verdienen kann, dieser „Selbstbedienungsladen“ bei den Krankenkassen wurde den Zahnärzten irgendwann verschlossen. Man sieht es mehr und mehr an den Zahnlücken. Ok, im Moment nicht.

So nahm ich mir eines dieser Hölzer und machte der Sau damit klar, dass auch ich mein ungeborenes Kind, meine Frau, meinen Vater und zuerst mich selbst bis auf Leben und Tod verteidige. Rammte ihr wieder und wieder dieses Eichene Hartholz in ihr weit aufgerissenes Maul. Weiß nicht mehr wie oft, durfte nicht nachlassen, sonst hätte das wohl nicht nur meinen Tod bedeutet. Die Sau bekam meinen Überlebenswillen zu spüren und ihr Wille ihre Ferkel zu verteidigen lies etwas nach.

Aus diesem Raum heraus führte eine Tür, die mittlerweile schon in die Jahre gekommene Nachfolgetür siehst Du auf dem Bild oben, in den damaligen kleinen Schweinehof. Dort wurden auch wieder und wieder die Ferkel von einem Eber gezeugt, immer dann, wenn die Sauen naturbedingt wieder bereit waren für einen neuen Zyklus.
So rief ich meinem Vater und meiner damaligen Frau, sie waren nach einem kurzen Schock wieder handlungsfähig, zu, dass sie diese Tür nach draußen öffnen sollten. Jetzt machte ich der Sau den Weg zu der Tür frei und zeigte ihr mit dem Kantholz auf „freundliche“ Art den Weg nach draußen, die erzeugten Schmerzen in ihrem Maul wurden wohl zu heftig. Die Tür dann schnell zugemacht als die Sau draußen war, die Ferkel schnell wieder in den Abferkelstall gebracht. Dort waren noch die anderen acht Sauen in den anderen Abferkelställen. Auch sie waren um ihre Ferkel besorgt, es hätten noch andere ausbrechen können und wollten das auch. Nur deren Einbuchtungen waren stabil genug und hielten dem Druck Stand. Wenn nicht, hätte ich dieses nicht schreiben können und wäre nicht Vater geworden. Ob mein Vater oder meine damalige Frau dieses überlebt hätten, weiß ich nicht. Vieleicht hätte uns die Schweine mit Haut und Haaren verspeist. Schweine sind Allesfresser, wie Du auch.

Wenn jemanden die Freiheit genommen wird, wie diesen Ferkeln auf dem Rücken liegend in der Zange, erzeugt man in diesen Tieren Angst. Tierschützer stellen sich selbst auf den Plan, wenn wegen Massentierhaltung geimpft wird, oder weil Tiere zu eng gehalten werden. Wo sind zu die „Tierschützer“ jetzt, wer schützt die Menschen vor denen, die uns „Impfen“ wollen, weil wir uns Angst haben machen lassen. Wer hat diese Angst geschürt?

Herr Jens Spahn, sie sind der Gesundheitsminister der Bundesrepublik Deutschland. Wissen Sie, wer diese Angst geschürt hat, oder weiß es ihre Wegbegleiterin, die Menschenrechtlerin Frau Annalena Baerbock? Oder ist es der Kreis in Davos, in dem sie „berufen“ sind? Mir fallen keine Anderen ein, die sonst so viel Macht hätten, Geld ist Macht.

Mir macht keiner Angst.

PS:
Warum passt diese Geschichte auch noch in diese Zeit? Schweine sind dem Menschen sehr ähnlich, ihre Organe stehen mit leichten Modifikationen zur Disposition als Austauschprodukt für menschliche Organe. Dieses wird u.a. nötig, wenn wir uns selbst wie Schweine verhalten.

Gegessen haben, was es gibt.
Gesoffen haben, was es gibt.
Geraucht haben, was es gibt.

Okay, das ist politisch nicht korrekt, Schweine rauchen nicht.
Und „Schweine“, sind schlau. Sie zahlen nicht für alles.

Munter bleiben, Dein h.Art.mut

https://h-art-mut.com/2021/01/29/der-bedingungslose-generationenvertrag/

https://h-art-mut.com/2021/01/29/alle-gesundheit-geht-vom-volke-aus/

04.01.2016 (Un)Begrenzte Freiheit

Unbegrenzte Freiheit, wer würde diese nicht genießen, sich ohne Grenzen bewegen. Für Malie, die junge Hundedame auf dem obigen Bild, herrschte diese Freiheit für ein paar Wochen. Sie konnte sich in meinem Umfeld frei bewegen, es war ein warmer Dezember 2015, das Bild oben täuscht da etwas.

Malie konnte morgens frei ihren Gassi-Weg wählen, ohne Begleitung. Sie ist gut erzogen, nutzt aber jede Möglichkeit ihren Hüte-Instinkt auszuleben. Nur nach einiger Zeit wurde auch ein Jäger auf Malie aufmerksam, und Malie bewegte sich in dem Revier des Jägers. Und dieser fand es nicht gut, dass jetzt ein Hund in seinigem Umfeld aufkreuzte. Was bildet sich der Hund ein, Fährten zu verfolgen, Fährten seiner Rehe. In der Natur gilt das Recht des Stärkeren, und da ist der Jäger mit seinen Waffen unangefochten der Chef.

Für mich stellt sich jetzt die Frage, würde der Chef im Revier mit Malie kurzen Prozess machen, obwohl sie nicht wildert, nicht zur Brut- und Setzzeit frei herumläuft? Wenn der Schuss fällt ist es zu spät…

 

…wer setzt mir den finalen Schuss?