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Offener Brief an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

mein Vater ist 2018 im Alter von 94 Jahren verstorben. Er musste als junger Mann für Deutschland in den Krieg ziehen, kam 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück.

Im Jahr 1989 hat er mir, als er mit 65 Jahren in Rente ging, den kleinen Landwirtschaftlichen Hof, den wir mit der gesamten Familie im Nebenerwerb noch bewirtschafteten, rechtlich überschrieben. Dafür hatte ich für meine Eltern die Pflicht, für sie bis zu ihrem Tode die Verantwortung zu übernehmen. Meine Mutter ist im Alter von 63 Jahren an Krebs verstorben, konnte nicht mehr in dem Haus, welches sie mit ihrer eigenen Hände Arbeit erbaut hat, den Lebensabend verbringen. Mein Vater hat in seiner Rentenzeit noch viel bewegt, ein Dorfmuseum mitgegründet, mehrere in Plattdeutsch verfasste Bücher geschrieben und wurde sanfter, hat nach und nach sein Kriegstraumata hinter sich gelassen. Nach und nach verließen ihn die Kräfte, so war es ihm nur noch schwer möglich, die Tageszeitung zu lesen. Er fuhr noch recht lange sein Auto. Ab und zu hörte ich ein Klickern auf dem Hof, Graffitisprayer kennen das Geräusch. Dann war er mal wieder mit seinem Auto an irgendeiner Kante aufgefahren und er versuchte heimlich die Kratzer zu übersprühen. Ich sollte wohl nicht sehen, dass seine fahrerischen Qualitäten langsam nachließen. Ich teilte ihm mit, dass er selbst dafür die Verantwortung trägt, wenn er andere durch seinen gefährlichen Fahrstil schädigt.

Eine Woche später gab er mir seinen Führerschein. Er hat sein Auto an einen meiner Auszubildenen, die ich zu der Zeit in meiner Tischlerei, welche ich mittlerweile in dem Gebäude des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes eingerichtet hatte, verkauft. Nach und nach schwanden seine Kräfte, wir beauftragten eine Pflegekraft, sein Mittagessen bestellten wir bei einem Servicedienst, er wollte mir so wenig wie möglich zur Last fallen. Er gab eine Vorsorgevollmacht zu Papier, in der er ausschloss, dass sein Leben nicht künstlich verlängert werden sollte. Dadurch, dass er sich nicht mehr mit seinem Auto frei bewegen konnte, mit dem er seine Freundin immer zum Einkaufen fuhr, suchte sie sich mit den Waffen der Frau einen neuen Fahrer. Daraufhin litt mein Vater sehr. Er merkte, dass wenn der Mensch für andere nichts mehr leisten kann, vergessen wird. Vereinsamte mehr und mehr, fuhr nur noch mit seinem Elektromobil zum Einkaufen, holte sich jeden Tag einen Joghurt. Der Mensch braucht Menschen, sonst stirbt er.
Eines Tages sah ich, dass es ihm nicht gut ging, als ich wieder mit meinem Rennrad, ich war zu der Zeit ehrenamtlicher Trainer in einer Rennradgruppe, zum Training wollte. So sagte ich meinem Sohn, dass er hin und wieder zu seinem Großvater sehen sollte. Er fand ihn dann, ich war eine Stunde weg, auf dem Boden liegend in seiner Wohnküche. Er rief den Krankenwagen und mein Vater kam ins Krankenhaus und wurde auf der geriatrischen Abteilung wieder aufgepäppelt, eigentlich wollte er aber schon sterben. Hätte mein Sohn ihn nicht gefunden, hätte keiner nach ihm gesehen, er wäre es auch.

Das Glück wollte es, dass in der Nähe ein Platz in einem Pflegeheim, indem auch seine ältere Schwester ihre letzte Lebenszeit verbrachte, frei wurde. Dort blühte er wieder auf, war wieder unter Menschen. Nach einer Zeit bekam er einen Darmverschluss, wurde im Krankenhaus Notoperiert, danach kam er wieder in das Heim. Seine Verdauung funktionierte nie wieder richtig, starke Schluckbeschwerden hatte er vorher schon, Flüssigkeiten zum Trinken mussten angedickt werden. Zudem bekam er ergänzende Nahrung über eine Sonde, dass wollte er eigentlich nicht. So besprachen wir, dass er nicht mehr künstlich ernährt wird. Ich besprach das mit der Ärztin und ein Mitarbeiter eines palliativen Dienstes erklärte mir, wie wir und das Heim mit meinem Vater jetzt umgehen können. Mit der Ärztin war klar abgesprochen, dass keine künstliche Ernährung mehr stattfinden soll. Trotzdem schrieb sie eine Woche später wieder diese Ergänzungsmittel auf, das Heimpersonal setzte mich darüber in Kenntnis.

Welches System steckt dahinter? Was hat sich diese Ärztin erlaubt? Welche Verantwortung tragen Ärzte in diesem System?

Mein Vater schlief dann nach wenigen Wochen ruhig ein. Ein Tag vor seinem Tod verabschiedeten wir uns voneinander. Ich begleitete ihn in seiner letzten Stunde, er versuchte noch seine Augenlieder selbst zu schließen, es gelang ihm nicht mehr.

Was möchte ich mit dieser Geschichte sagen?

Es gibt in Deutschland viele alte Menschen die zurückgelassen in ihren Wohnungen vereinsamen. Wer kümmert sich um diese Menschen? Warum werden die Alten unserer Gesellschaft, wenn sie sterben wollen, weil sich keiner mehr um sie kümmert, weil es keine Familie mehr gibt, dann mit aller Macht am Leben erhalten? An Herzlungenmaschinen angeschlossen und alles getan wird, damit sie dann wieder in ihre Einsamkeit geschickt werden können.

Jetzt wird die ganze Nation durch Politik gelähmt, um für die Alten alles Mögliche zu tun, damit diese vor einem ganz natürlichen Prozess, der sich jedes Jahr wieder abspielt, schützen zu wollen. Sterben ist ein langer Prozess, der mit der Zeugung beginnt. Man sollte die Alten mal fragen, ob die Milliarden, welche jetzt in die Rettung der Wirtschaft gesteckt werden, da kein normales Leben mehr stattfinden darf, nicht lieber in Zeit für die Alten, in soziale Zuwendung eingesetzt werden sollten.

Sehr geehrter Frau Merkel, in solch einer Republik, die so handelt, möchten viele Menschen nicht leben. Nur können diese jetzt nicht weg, so wie die Menschen in China nicht wegkönnen.

Ihre, und die Politik der WHO, bleibt, Kinder werden eingesperrt und wir haben Masken zu tragen, die, nach Aussage von Herrn Drosten, keine merkbare Wirkung für den Virus haben.

Wo sie aber Wirkung zeigen, ist, dass Emotionen des Gegenübers nicht mehr wahrgenommen werden können. Ich kann nicht mehr in die Gesichter von Frauen sehen, ob diese lächeln, wenn ich in ihre Augen sehe. Kleine Kinder lernen nicht, Emotionen zu erkennen.

Für die Folgen dieser Politik tragen sie als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland die Hauptverantwortung.

Langlingen, der 18.01.2021

Mit freundlichen Grüßen


Hartmut Bütepage

Heese 8
29364 Langlingen

Ein besorgter Bürger der Bundesrepublik Deutschland